Ein gefeierter Hollywood-Star meldet sich mit klaren Worten zur Zukunft von James Bond – und sorgt damit für Gesprächsstoff.
Aktuell befindet sich das „James Bond“-Franchise in einer Phase des Umbruchs: Im Februar übernahm Amazon MGM die kreative Kontrolle über die Marke. Die bisherigen Produzent*innen Barbara Broccoli und Michael G. Wilson, die seit 1995 über das Schicksal der Filmreihe bestimmten, haben dabei die Leitung an den Streamingriesen abgegeben.
Damit könnte die Figur des Agenten 007 künftig in neue Bahnen gelenkt werden – ob dabei allerdings eine weibliche Besetzung oder eine gänzliche Neuausrichtung stattfinden wird, bleibt offen. Hollywood-Star Helen Mirren („Die Queen“) hat dazu jedenfalls eine klare Meinung.
Mirren sprach sich in einem neuen Interview mit der britischen Zeitung The Standard klar gegen eine weibliche Besetzung der ikonischen 007-Rolle aus. Dabei ging es ihr nicht um die Fähigkeiten von Frauen als Spioninnen – im Gegenteil. Vielmehr kritisierte sie das grundlegende Konzept der Bond-Figur selbst. Mirren gestand, dass sie nie ein Fan der Reihe gewesen sei. Der Grund dafür liege in der Darstellung von Frauen, die sie als tief sexistisch empfindet:
„Die ganze ‚James Bond‘-Reihe, das war nie mein Ding. Wirklich nicht. Ich mochte James Bond noch nie. Ich mochte nie, wie Frauen in James Bond waren. Das gesamte Konzept von James Bond ist durchtränkt und geboren aus tiefem Sexismus.“
Wie es derzeit um die Zukunft des „James Bond“-Franchise steht, erfahrt ihr hier im Video:
Darum hat Helen Mirren nicht unrecht
Die Kritik am Sexismus in den „James Bond“-Filmen ist nicht neu – sie begleitet die Filmreihe seit Jahrzehnten und wurde mit jeder neuen Generation intensiver diskutiert. Mirrens Aussage spiegelt diese lange Debatte wider: In den älteren 007-Filmen sind weibliche Figuren oft auf ihre Sexualität reduziert. Sie dienen als Dekoration, Ablenkung oder Belohnung für den Helden – selten haben sie eigene Handlungsmacht oder komplexe Charakterzüge.
Die Bond-Filme der letzten Jahre mit Daniel Craig haben versucht, diesen Kritikpunkten entgegenzuwirken. Zum einen wurde Bonds eigene Verletzlichkeit und sein Verhältnis zu Frauen stärker reflektiert. Zum anderen waren Frauenfiguren wie Vesper Lynd (Eva Green) und Madeleine Swann (Léa Seydoux) emotional etwas komplexer und trugen mehr aktiv zur Handlung bei. Außerdem übernahm in „Keine Zeit zu sterben“ sogar eine Schwarze Agentin (Lashana Lynch) mit dem Codenamen 007 vorübergehend Bonds Stelle – ein bewusster Bruch mit alten Mustern.
Dennoch behält Mirren recht, dass es keine weibliche Version von James Bond geben sollte. Stattdessen plädierte sie dafür, echte Geschichten über außergewöhnliche Frauen aus der Welt der Geheimdienste zu erzählen:
„Frauen waren schon immer ein bedeutender und unglaublich wichtiger Teil des Geheimdienstes. Wenn man hört, was Frauen im französischen Widerstand geleistet haben – sie waren erstaunlich, unglaublich mutig. Ich würde also echte Geschichten über außergewöhnliche Frauen erzählen, die in dieser Welt gearbeitet haben.“
Ähnlich äußerte sich in der Vergangenheit auch „Wednesday“-Star Jenna Ortega: Statt James Bond als „Jamie Bond“ weiblich zu machen, sollte eine völlig neue Agentin geschrieben werden, die ihr eigenes Franchise erhält. Inwiefern sich die 007-Rolle künftig verändert, bleibt weiterhin abzuwarten.